Gibt es einen Ort in Indien, wo man sich als durchschnittlicher Gast aus dem Westen relativ arm vorkommt und sich die Seiten innerhalb von wenigen Augenblicken eindeutig um 180° drehen? Gestern Abend erlebten wir dieses Szenario im Herzen von Neu Delhi im pompösen 5 Sterne Hotel "The Ashok". Der Nachtklub selbst erinnerte vom Aussehen her stark an Sex and the City und das Publikum erwies sich als indische Oberschicht. Ein Getränk bekam man ab 8 Euro aufwärts, wobei man den Eintritt von knapp 30 Euro in Form von Getränkecoupons wieder zurückbekam. Da ich nicht so viel ausgeben wollte, versuchte ich einige meiner Coupons an der Bar wieder zu verkaufen, was sich anfangs als schwierig erwies, da die meisten Inder eben selbst mit Coupons oder, was noch häufiger der Fall war, gleich mit ihrer Platin-Kreditkarte bezahlten. Ein Heer an Personal kümmerte sich um die Gäste, was sich in einigen Beispielen als groteske Posse erwies. So gab es auf der Toilette eine Person, welche einem den Wasserhahn auf- und wieder abdrehte, eine Person, die einem daraufhin etwas zum Abtrocknen gab und eine Person die nach einem sofort wieder mit der Reinigung begann. Auch bei der Ankunft mit den Autos, welche obligatorisch beim Einfahren auf Sprengstoff untersucht wurden, gab es 4 Angestellte in entsprechender Aufmachung, welche den ankommenden Gästen die Autotüren öffneten. Im Klub selbst war alles klinisch rein, da sofort nachdem etwas auf den Boden fiel eine Person herbeigeieilt kam, um dies unverzüglich zu entfernen. Mit solchen Indern konnten wir uns finanziell in keinster Weise messen und es gab uns einen Hauch dessen wieder, was der durchschnittliche Inder denken mag, wenn er eben auf uns trifft, wenngleich es uns im Gegensatz zum Großteil der indischen Bevölkerung ja finanziell nicht schlecht geht.
Ein (zahlenmäßig) sicherlich einmaliger Besuch...
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