Montag, 15. September 2008

Amritsar und Chandigarh

Das Wochenende sollte somit mit einer langen nächtlichen Fahrt beginnen, welche aber durchaus gut überstanden wurde und mit der Ankunft zu studentischer Frühstückszeit den Tag schon einmal gut beginnen lies. Bloßfüßig, aber, wie sich später heausstellen würde, ohne sich einen Fußpilz einzufangen, durften wir die Sikh-Heiligtümer betreten und es war natürlich surreal. Der goldene Tempel aus Büchern und Fotos glänzte plötzlich zwischen Sonne und Wasser in der Realität. Diese Eindrücke mussten erst einmal verdaut werden. Am Nachmittag fuhren wir dann zur pakistanisch-indischen Grenze, um das pompöse Spektakel einer Grenzschließung zweier Atommächte zu beobachten, und die Tribünen waren prall gefüllt, als beide Seiten mit immer lauter werdender Musik und Propaganda sich zu übertrumpfen versuchten. Ein groteskes Bild in jeglicher Hinsicht.
Am nächsten Tag ging es gegen Abend weiter nach Chandigarh, eine nach der Unabhängigkeit und Teilung Indiens von Architekten geplante Gartenstadt, die mit ihren rund 900 000 Einwohnern jedem Besucher den Eindruck vermitteln lies, sich nicht mehr in Indien zu befinden. Lange, saubere, grüne Straßenallen, schachbrettartig angelegt und sortiert mit riesigen Gartenanlagen, die dem Besucher ausreichend Erholung bieten sollten. Ein Kontrast zum staubigen und hektischen Amritsar!
Just bei der Ankunft in Chandigarh trudelten auch schon SMS Nachrichten auf meinem Handy ein über die unmittelbar erfolgten Bombenanschläge in Delhi, wo wir eben am Connaught Place einen Samstag davor noch zum Abendessen ein Restaurant besucht hatten.
Sonntag Nachmittag hieß Rückreise und gegen Mitternacht öffneten sich nach einem ereignisreichen Wochenende die Tore am Campusgelände, wo wir bei der im Freien stehenden Nachtkantine alles Vorangegangene bei einem Snack ausklingen ließen.




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