Delhi
Amritsar
Mumbai, Goa, Kerala
Kolkata
Darjeeling
Varanasi, Lucknow
Agra
Freitag, 28. November 2008
Agra
Eine meiner letzten Reisen in Indien führte mich zum bekanntesten Gebäude des Landes, dem Taj Mahal. Vier Autostunden von Delhi entfernt entschlossen wir uns einen 30 Stunden Trip zu absolvieren. Man muss dazu sagen, dass Städte wie Agra oder auch Varanasi sehr anstrengend sind, da man sich ständig der ganzen Verkäufer, Guides und sonstigen rätselhaften Personen erwehren muss. Sehr dominant und Druck ausübend wird an solchen Touristenorten versucht, möglichst viel Geld aus den Taschen der Besucher zu holen.
Das Taj Mahal selbst sieht übrigens aus wie von einem Künstler hingemalen. Surreal mit einem Hauch von Nebel (oder Smog) umhüllt.
Das Taj Mahal selbst sieht übrigens aus wie von einem Künstler hingemalen. Surreal mit einem Hauch von Nebel (oder Smog) umhüllt.
Montag, 24. November 2008
Varanasi und Lucknow
Nach dem wunderschönen Darjeeling ging es also einen Tag später weiter ins spirituelle, alte, aber auch verdreckte, beengte Varanasi. Die älteste Stadt der Welt zeigte sich uns gleich von seiner hässlichen Seite. Überall Menschen, die versuchen mit Touristen Geld zu machen. Dabei wird mitunter auch Druck erzeugt, der eigene Spielraum eingeschränkt und die Nerven des Belagerten beansprucht. Wem kann man vertrauen, wem nicht, wird schon bei einfachen Fragen nach dem Weg zu einem Ratespiel. In den engen, verwinkelten Gassen der Altstadt an den Ghats begegnen einem neben Abfall, Scheisse und Undefinierbarem auch noch unzählige Kühe, eine Heerschar von teilweise agressiven Affen und herrenlose Hunde. Als ich einmal eine Kuh mit Blitz fotographierte wurde ich beinahe Opfer einer dieser Affenbanden, die sofort mit großer Geschwindigkeit von den Dächern wild fauchend und schreiend angeklettert kamen. Ein kleiner Spalt zwischen Kuh und Mauer ermöglichte mir sichtlich geschockt die Flucht.
Dass Varanasi auch beeindruckendes zu bieten hat, ist sicher nicht abzustreiten. Der Sonnenaufgang auf einem Boot an den Ghats des Ganges, die Verbrennungsbegräbnisse direkt am Wasser, die unglaubliche Verbautheit der alten Architektur und natürlich die engen Bazarmärkte lassen Varanasi zu einer einzigartigen Stadt in Indien werden.
Nichtsdestotrotz war ich bei der Weiterreise nach Lucknow froh, diesen Ort wieder verlassen zu können. Zu sehr beengten die engen Gassen und die vielen Menschen meine Gedanken und Ideen, ja man kann sagen sie schnürten sie im wahrsten Sinne des Wortes gänzlich ein.
Lucknow dagegen erwies sich als das genaue Gegenteil von Varanasi. Mit über 2 Mio Einwohnern doppelt so groß, erstreckt sich die Stadt über eine riesige Fläche hinweg. Unzählige Kolonialbauten und Ruinen erinnern hier an die britische Herrschaftszeit. Anstatt Begräbnissen finden hier unzählige riesige indische Hochzeitsfeiern statt. Relative Sauberkeit und moderne Einrichtungen ergeben ein durchaus positives Bild dieser von westlichen Touristen weitgehend unbeachteten Stadt. Der Nachteil dabei ist, dass man als aus dem Westen kommend ständig Zielobjekt von Fotoapparaten ist und andauernd angestarrt wird.
Somit war es dann doch ein recht anstrengender Trip, der mit einer 90-minütigen Verspätung des Zuges nach Delhi ein recht typisches Ende fand.
Dass Varanasi auch beeindruckendes zu bieten hat, ist sicher nicht abzustreiten. Der Sonnenaufgang auf einem Boot an den Ghats des Ganges, die Verbrennungsbegräbnisse direkt am Wasser, die unglaubliche Verbautheit der alten Architektur und natürlich die engen Bazarmärkte lassen Varanasi zu einer einzigartigen Stadt in Indien werden.
Nichtsdestotrotz war ich bei der Weiterreise nach Lucknow froh, diesen Ort wieder verlassen zu können. Zu sehr beengten die engen Gassen und die vielen Menschen meine Gedanken und Ideen, ja man kann sagen sie schnürten sie im wahrsten Sinne des Wortes gänzlich ein.
Lucknow dagegen erwies sich als das genaue Gegenteil von Varanasi. Mit über 2 Mio Einwohnern doppelt so groß, erstreckt sich die Stadt über eine riesige Fläche hinweg. Unzählige Kolonialbauten und Ruinen erinnern hier an die britische Herrschaftszeit. Anstatt Begräbnissen finden hier unzählige riesige indische Hochzeitsfeiern statt. Relative Sauberkeit und moderne Einrichtungen ergeben ein durchaus positives Bild dieser von westlichen Touristen weitgehend unbeachteten Stadt. Der Nachteil dabei ist, dass man als aus dem Westen kommend ständig Zielobjekt von Fotoapparaten ist und andauernd angestarrt wird.
Somit war es dann doch ein recht anstrengender Trip, der mit einer 90-minütigen Verspätung des Zuges nach Delhi ein recht typisches Ende fand.
Donnerstag, 20. November 2008
Darjeeling
Wer kennt ihn nicht den weltberühmten Darjeeling Tee, von dem aber kaum einer etwas über den Herkunftsort weiß. Deshalb begaben wir uns vorige Woche zu dritt auf den Weg in den Nordosten Indiens, in etwa zwischen Nepal und Bangladesch. Kaputte Straßen und wenige Sicherheitsvorkehrungen an den Abhängen ließen uns die Fahrt mit dem Jeep in die Berge zu einem besonderen Erlebnis werden. Zudem war ich auch an diesem Tag wieder krank aufgewacht, eine unliebsame Überraschung. Den ersten Tag sollte ich dann auch im Bett verbringen. Mit dem zweiten Tag began aber eine der schönsten Reisen meines Indienaufenthaltes. Um 4 Uhr früh machten wir uns auf den Weg zum Tiger Hill, einem Aussichtsort, vom welchem man den Sonnenaufgang mit den dahinter liegenden Himalayabergen eindrucksvoll genießen konnte. Einzig die Kälte machte uns nach der gewohnten indischen Hitze ein wenig zu schaffen. Natürlich stand auch die Besichtigung einer Teeplantage auf dem Programm. Zu sehen wie Tee hergestellt wird und natürlich eine Verkostung waren interessante Momente, selbst wenn mir die 150Euro/Kilo Teesorte nicht am besten schmeckte.
Schon heute abend, nicht einmal 24 Stunden nach der Rückkehr aus Darjeeling, geht es weiter nach Varanasi, der ältesten Stadt der Welt und das spirituelle Zentrum Indiens.
Schon heute abend, nicht einmal 24 Stunden nach der Rückkehr aus Darjeeling, geht es weiter nach Varanasi, der ältesten Stadt der Welt und das spirituelle Zentrum Indiens.
Montag, 10. November 2008
Diskriminierung
Wird man sonst in Indien ob seiner Geldbörse als Europäer größtenteils bevorzugt behandelt, so offenbart sich hier am Campus ein verändertes Bild. Man geht in eine der Kantinen und bestellt sich Nudeln oder sonst etwas zum Essen. Zum Warten setzt man sich wo hin und plaudert mit Bekannten und Freunden. Plötzlich bemerkt man, dass indische Studenten, die nach einem gekommen sind, schon ihr essen haben. Man ist besorgt und geht nachfragen. "Two minutes" ist die Standardantwort! Überflüssig zu sagen, dass es damit dann nicht getan ist. Anderes Beispiel...man geht zur Kantine und wartet bis die Person vor einem fertig bestellt hat. Plötzlich kommt jedoch jemand und ruft ein paar Worte in Hindi in Richtung Bestellung und schon ist man hinter dieser Person gereiht. Drittes Beispiel...man steht an der Theke bei MC Donalds, nur noch eine Person vor einem, doch plötzlich stellt sich jemand direkt davor neben dem gerade Bestellenden hin und kommt ungeniert als nächstes an die Reihe.
Bei guter Laune lässt man es gut sein, doch bei schlechter... ;-)
Bei guter Laune lässt man es gut sein, doch bei schlechter... ;-)
Sonntag, 9. November 2008
Fotos!
Hier mal die Links zu den bisherigen Fotos. Facebook-Registrierung ist nicht notwendig, um die Bilder anzusehen.
Delhi
Amritsar
Mumbai, Goa, Kerala
Kolkata
Delhi
Amritsar
Mumbai, Goa, Kerala
Kolkata
Im Spital in Indien
Wer in Indien bei einem derartigen Aufenthalt nicht zumindest einmal gesundheitliche Probleme bekommt, war wohl nicht in Indien. Und es kam wie es alle prophezeit hatten. Nach meiner Rückkehr aus Kolkata Samstag abend ging ich Sonntag Mittag noch in eine der Kantinen am Campus und bestellte zwei Cheese Omlettes und einen Tomaten-Käse Toast. Drei Stunden später startete mein Bauchweh. Abends dann kam stundenlang alles wieder heraus aus dem Körper, allerdings ausschließlich von oben. Nun gut, ansich nichts außergewöhnliches in Indien. Gleich am nächsten Tag begab ich mich deshalb zum Campusarzt und bekam ohne Untersuchung gleich mal Antibiotikum verschrieben. Doch anstatt zur Apotheke zu gehen, wollte ich noch eine zweite Meinung einholen und ging in ein nahe gelegenes privates Spital, dessen indischer Chef sein Medizinstudium in Wien absolviert hatte. Prompt wurde ich eingewiesen. Diagnose: leichte Hepatitis, Leberentzündung. Hinsichtlich der Ausstattung und des Services konnte sich das Spital durchaus mit einem österreichischen privaten Spital messen, doch ich wollte dennoch so schnell wie möglich wieder zurück auf den Campus. Drei Tage und etliche Infusionen später durfte ich das Spital dann auch wieder verlassen und muss nun noch einige Tage Tabletten für meine Leber nehmen. Sport und Alkohol sind damit vorerst tabu. Am Tag meiner Entlassung ging es abends allerdings gleich wieder zurück ins Spital, als ich einen französischen Freund mit wie sich herausstellte Dengue-Fieber zur Einweisung begleitete. Nach einigen Staphylokokken Fällen, wo auch Operationen notwendig wurden scheint in diesen Wochen somit "das volle Programm" auf uns Austauschstudenten niederzuprasseln. Auch wenn sich meine Laune dadurch keineswegs verschlechtert hat und ich hingegen "riesengroße Angst" vor der Abreise im Dezember habe, kann es bei uns hier hinsichtlich der Gesundheit nur besser werden.
Samstag, 8. November 2008
Kolkata
Die Prüfungswoche war recht gut überstanden gewesen, als es auch schon wieder auf eine Reise ging, diesmal in den Osten Indiens, nach Kolkata. Uns blieb hierbei genügend Zeit, um es ein wenig langsamer anzugehen und in Ruhe die Stadt kennen lernen zu können. Der erste Eindruck war gleich mal ein staubiger und die schier unendliche Anzahl an Menschen, die die Straßen säumten ließen anfangs nur wenig "romantische" Stimmung aufkommen. Dennoch war man beeindruckt. Eine Mischung aus kolonialer und indischer Städtebauweise prägte wie schon in Mumbai das Bild dieser Großstadt. Auch Mutter Theresa's Vermächtnis zu besuchen war ein Erlebnis, wenngleich die LIVE durchgeführten rituellen Schlachtungen und die versuchte Touristenabzocke im benachbarten Tempel uns das Essen im Magen umdrehte. Dieses war aber auch überaus gut, denn die überraschenderweise große Anzahl an guten Restaurants mit hervorragender bengalischer Küche lassen Kolkata kulinarisch zu einer der Top-Destinationen Indiens werden. Eine Nacht verbrachten wir ein paar Stunden entfernt von Kolkata in einem Tigerressort nahe der Grenze zu Bangladesh.
Erwähnenswert wäre dann auch noch die Heimreise, fahrplanmäßig 22 Stunden Zugfahrt im Liegewagen. Was sind dann auch schon in Relation die knapp 3 Stunden Verspätung des Zuges, die wir letztendlich hatten...
Erwähnenswert wäre dann auch noch die Heimreise, fahrplanmäßig 22 Stunden Zugfahrt im Liegewagen. Was sind dann auch schon in Relation die knapp 3 Stunden Verspätung des Zuges, die wir letztendlich hatten...
Freitag, 17. Oktober 2008
Prüfungszeit
Nachdem ich "eine Krankheit" noch einmal abwenden konnte und das Bauchweh ohne jegliche Medikamente nach drei Tagen von alleine verging, war wieder einiges los. Nicht dass wir etwa begonnen hätten für die anstehenden Midterm Exams nächste Woche zu lernen, widmeten wir uns stattdessen einer der Spaßgesellschaft erschreckend nahe kommenden Lebensweise. Nähere Ausführungen sollen hier erst gar nicht gegeben werden, jedoch kann der eine oder andere Verhaltensaspekt im Kollektiv als niederträchtig bezeichnet werden. Europäische Ignoranz und Überheblichkeit sind angesichts der Lage keineswegs angebracht.
Die Prüfungen nächste Woche leiten die zweite Hälfte des Terms ein, doch zu Beginn wird es wieder eine Reise geben, diesmal in Richtung Kolkata. Eine Woche Kurs wird dafür geopfert.
Die Prüfungen nächste Woche leiten die zweite Hälfte des Terms ein, doch zu Beginn wird es wieder eine Reise geben, diesmal in Richtung Kolkata. Eine Woche Kurs wird dafür geopfert.
Sonntag, 12. Oktober 2008
Krank!
Die letzten Tage war es dann soweit, wenn auch schleichend...nach knapp sechs Wochen erwischte es auch mich einmal und es begannen die Tage der Bauchschmerzen. Ich bin zwar nicht bettlägrig, aber dennoch in meinem Tagesablauf und Menüplan eingeschränkt. Das hat sich natürlich auch auf meine Motivation zu schreiben bemerkbar gemacht. Mal sehen wies mir morgen früh dann geht. Momentan hoffe ich noch immer ohne Medikamente auszukommen und beim Essen diszipliniert zu sein, doch Antibiotika liegen schon bereit.
Dienstag, 7. Oktober 2008
Mumbai, Goa, Kerala
Es wurde eine der schönsten Reisen an die ich mich erinnern kann. Nicht nur war die Konstellation der Reiseteilnehmer einfach perfekt, sondern auch die drei Destinationen boten mehr, als man sich nur wünschen kann.
Mumbai, eine Weltstadt, das indische London, schaffte es ganz deutlich unserer Heimatstadt Delhi den Rang abzulaufen. Wie verliebt torkelnd konnten wir uns dem Charme dieser kolonialen Stadt nicht entziehen, wenngleich wir auch nicht den größten Slum Asiens als Teil dieses Gefüges vergaßen und versuchten das Gesehene richtig einzuordnen. Nach drei Tagen verließen wir Mumbai auch schon wieder und es folgte eine 13-stündige Fahrt mit dem Nachtzug nach Goa, der ehemaligen Kolonie Portugals und ein Hippieparadies vergangener Zeiten. Dort gabs für uns neben Strand und Cocktails auch Mofas, welche wir mieteten, um Goa mobil erkunden zu können. Es wurde die erwartete Erholung im vergleichsweise stressvollen Unialltag. 16 Stunden Zug nach Kerala, die im Süden Indiens liegende Provinz mit der weltweit einzigen demokratisch gewählten kommunistischen Regierung, überstanden wir unbeschadet. Kerala bot wiederum Strände und Ausspannen, doch das Highlight war ganz sicher unser Hausboot. Für 24 Stunden mieteten wir uns ein Hausboot mit zwei Schlaf- und zwei Badezimmern, einem Koch, einem Kapitän und einer weiteren Hilfskraft an Board, um, ausgestattet mit reichlich Alkohol, die tropischen Backwaters zu erkunden. Es wurde eines der besten Erlebnisse meines bisherigen Lebens.
Nach 11 wunderschönen Tagen fiel uns die Rückkehr naturgemäß nicht leicht, doch die Erinnerungen daran werden stets in unseren Köpfen präsent bleiben.
Mumbai, eine Weltstadt, das indische London, schaffte es ganz deutlich unserer Heimatstadt Delhi den Rang abzulaufen. Wie verliebt torkelnd konnten wir uns dem Charme dieser kolonialen Stadt nicht entziehen, wenngleich wir auch nicht den größten Slum Asiens als Teil dieses Gefüges vergaßen und versuchten das Gesehene richtig einzuordnen. Nach drei Tagen verließen wir Mumbai auch schon wieder und es folgte eine 13-stündige Fahrt mit dem Nachtzug nach Goa, der ehemaligen Kolonie Portugals und ein Hippieparadies vergangener Zeiten. Dort gabs für uns neben Strand und Cocktails auch Mofas, welche wir mieteten, um Goa mobil erkunden zu können. Es wurde die erwartete Erholung im vergleichsweise stressvollen Unialltag. 16 Stunden Zug nach Kerala, die im Süden Indiens liegende Provinz mit der weltweit einzigen demokratisch gewählten kommunistischen Regierung, überstanden wir unbeschadet. Kerala bot wiederum Strände und Ausspannen, doch das Highlight war ganz sicher unser Hausboot. Für 24 Stunden mieteten wir uns ein Hausboot mit zwei Schlaf- und zwei Badezimmern, einem Koch, einem Kapitän und einer weiteren Hilfskraft an Board, um, ausgestattet mit reichlich Alkohol, die tropischen Backwaters zu erkunden. Es wurde eines der besten Erlebnisse meines bisherigen Lebens.
Nach 11 wunderschönen Tagen fiel uns die Rückkehr naturgemäß nicht leicht, doch die Erinnerungen daran werden stets in unseren Köpfen präsent bleiben.
Donnerstag, 25. September 2008
Poker oder Schlaf
Nachdem wir die letzten zwei Nächte großteils durchgepokert haben, am nächsten Morgen jedoch immer Uni hatten, ist nun die große Müdigkeit eingekehrt. Ein Wochenende zum Ausspannen wäre jetzt das Richtige, doch es wartet eine Reise. Morgen Vormittag schon gehts mit dem Flugzeug nach Mumbai und das wird sicher kein entspannendes Wochenende dort. Wahrscheinlich erst danach in Goa und Kerala wird die Zeit zum Entspannen ausreichend vorhanden sein. Vorsorglich hab ich mir schon mal zwei Bücher eingepackt, Verstörung von Thomas Bernhard sowie Schlafes Bruder von Robert Schneider, welche mir u.a. die Zugfahrten verkürzen sollten. Drei von uns fünf sind schon heute Nachmittag mit dem Zug gefahren und werden morgen dann etwas früher als wir restlichen zwei in Mumbai ankommen. Diese 16-stündige Fahrt wollte ich mir noch ersparen, die anderen drei Zugfahrten in den Süden, welche allesamt ebenfalls im zweistelligen Stundenbereich angesiedelt sind, reichen mir allemal.
In 10 Tagen, am Montag, 6.Oktober gegen abend wird unser Flugzeug wieder am Indira Gandhi International Airport landen.
Edit: Gerade eben läutete mein Handy und eine Dame der indischen Billigfluglinie "Spice Jet" unterrichtete mich davon, dass unser Flug morgen früh ausfallen würde. Nun wurden wir umgebucht und fliegen zwei Stunden später ab. Man muss in Indien einfach mit allem rechnen...
In 10 Tagen, am Montag, 6.Oktober gegen abend wird unser Flugzeug wieder am Indira Gandhi International Airport landen.
Edit: Gerade eben läutete mein Handy und eine Dame der indischen Billigfluglinie "Spice Jet" unterrichtete mich davon, dass unser Flug morgen früh ausfallen würde. Nun wurden wir umgebucht und fliegen zwei Stunden später ab. Man muss in Indien einfach mit allem rechnen...
Dienstag, 23. September 2008
Der Sinn des Daseins
Das Ende meines ersten Monats in Indien rückt langsam näher und gerade vor der größeren Reise in den Süden des Landes möchte ich ein wenig reflektieren. (Im schlimmsten Fall folgendes bitte als meine letzten Worte ansehen. ;-) )
Viele Kollegen, Freunde, ja sogar meine eigene Familie haben mich in den letzten Monaten gefragt wieso ich nach Indien gehe, wo es doch in anderen Ländern um einiges einfacher und nicht gar so exotisch ist. Meine Antwort blieb immer dieselbe.
Indien ist Chaos, Lärm, mitunter Gestank, mangelnde Privatsphäre, fehlende Hygiene und ein Widerspruch in sich. Doch eben das macht es so interessant. Es gibt hier eine dem westlichen Verständnis her ganz und gar entgegengesetzte Welt. 1,1 Milliarden Menschen, in wenigen Jahren das bevölkerungsreichste Land der Erde, leben in einem demokratischen System zusammen. Die unendliche Vielseitigkeit und die auch daraus resultierende Widersprüchlichkeit hinterlassen den Besucher in einem Paradoxon, einem El Dorado des Aussergewöhnlichen. Ein Ort für den Beginn des Lebens und für das Ende des Sterbens.
Was würde es mir persönlich bringen, wenn ich noch einmal in ein westliches Land gehe, um dort noch ein Auslandssemester zu absolvieren. Inwiefern würde es meine personelle Entwicklung voranbringen. Wie sehr profitiert das eigene Denken, der Mensch in mir.
Mein anderes Auslandssemester an der kanadischen Westküste im stimmungsvollen Vancouver, wo ich einige Jahre zuvor schon ein gesamtes Jahr verbracht hatte, erfüllte damals einen anderen Zweck. Es war ein Abschluss, eine notwendige Rückkehr an einen speziellen Ort, der meine persönliche Entwicklung der letzten Jahre pompös eingeleitet hatte. Hätte ich damals nicht die Chance bekommen, noch vor dem Studium ins Ausland zu gehen, ich wäre heute ein anderer Mensch. Mein Auslandssemester fünf Jahre später war absolut notwendig, um diesem Entwicklungsabschnitt einen Abschluss geben zu können, um den Kreis zu schließen. Mit den universitären Reisen in den Senegal und nach Indien ist der nächste wichtige Schritt eingeleitet worden. Er mag für den Beobachter bei weitem nicht so einschneidend wie der damalige sein, doch wird er sich letztendlich als enorm wichtig, ja sogar als essentiell erweisen.
Ich denke unlängst der Kommentar nach einem Posting hier im Blog vom ideologiepolitisch verwandten Kollegen "SFUler" trifft es da ganz gut. Nur dass nicht jeder Schritt derselbe für denselben sein kann, muss dem noch hinzugefügt werden...
Viele Kollegen, Freunde, ja sogar meine eigene Familie haben mich in den letzten Monaten gefragt wieso ich nach Indien gehe, wo es doch in anderen Ländern um einiges einfacher und nicht gar so exotisch ist. Meine Antwort blieb immer dieselbe.
Indien ist Chaos, Lärm, mitunter Gestank, mangelnde Privatsphäre, fehlende Hygiene und ein Widerspruch in sich. Doch eben das macht es so interessant. Es gibt hier eine dem westlichen Verständnis her ganz und gar entgegengesetzte Welt. 1,1 Milliarden Menschen, in wenigen Jahren das bevölkerungsreichste Land der Erde, leben in einem demokratischen System zusammen. Die unendliche Vielseitigkeit und die auch daraus resultierende Widersprüchlichkeit hinterlassen den Besucher in einem Paradoxon, einem El Dorado des Aussergewöhnlichen. Ein Ort für den Beginn des Lebens und für das Ende des Sterbens.
Was würde es mir persönlich bringen, wenn ich noch einmal in ein westliches Land gehe, um dort noch ein Auslandssemester zu absolvieren. Inwiefern würde es meine personelle Entwicklung voranbringen. Wie sehr profitiert das eigene Denken, der Mensch in mir.
Mein anderes Auslandssemester an der kanadischen Westküste im stimmungsvollen Vancouver, wo ich einige Jahre zuvor schon ein gesamtes Jahr verbracht hatte, erfüllte damals einen anderen Zweck. Es war ein Abschluss, eine notwendige Rückkehr an einen speziellen Ort, der meine persönliche Entwicklung der letzten Jahre pompös eingeleitet hatte. Hätte ich damals nicht die Chance bekommen, noch vor dem Studium ins Ausland zu gehen, ich wäre heute ein anderer Mensch. Mein Auslandssemester fünf Jahre später war absolut notwendig, um diesem Entwicklungsabschnitt einen Abschluss geben zu können, um den Kreis zu schließen. Mit den universitären Reisen in den Senegal und nach Indien ist der nächste wichtige Schritt eingeleitet worden. Er mag für den Beobachter bei weitem nicht so einschneidend wie der damalige sein, doch wird er sich letztendlich als enorm wichtig, ja sogar als essentiell erweisen.
Ich denke unlängst der Kommentar nach einem Posting hier im Blog vom ideologiepolitisch verwandten Kollegen "SFUler" trifft es da ganz gut. Nur dass nicht jeder Schritt derselbe für denselben sein kann, muss dem noch hinzugefügt werden...
Montag, 22. September 2008
Nächste Reise!
Am Freitag beginnen durch Feiertage und sonstige uniinterne Veranstaltungen 10-tägige Ferien, welche natürlich für eine längere Reise genutzt werden. Zuerst geht es mit dem Flugzeug nach Mumbai, neben Delhi die größte Stadt Indiens. Drei Tage später werde ich zum ersten Mal mit dem Zug reisen, es geht weiter Richtung Süden nach Goa, wo wiederum drei Tage, diesmal mehr Entspannung als Kulturelles, geplant sind. Den Abschluss und dritte Station der Reise bildet Kerala im Süden des indischen Subkontinents, wo wir vier Tage lang die Fauna und Flora Indiens besonders intensiv erleben werden. Dazu werden wir dann auch ein Hausboot mieten, um auf den langen Kanälen umhertreiben zu können. Reiseteilnehmer sind (Nationalität/Geschlecht) 1x Dänemark/m, 1x Frankreich/m, 2x Frankreich/w und natürlich ich 1x Österreich/m.
Sonntag, 21. September 2008
Indische Dekadenz bei Nacht
Gibt es einen Ort in Indien, wo man sich als durchschnittlicher Gast aus dem Westen relativ arm vorkommt und sich die Seiten innerhalb von wenigen Augenblicken eindeutig um 180° drehen? Gestern Abend erlebten wir dieses Szenario im Herzen von Neu Delhi im pompösen 5 Sterne Hotel "The Ashok". Der Nachtklub selbst erinnerte vom Aussehen her stark an Sex and the City und das Publikum erwies sich als indische Oberschicht. Ein Getränk bekam man ab 8 Euro aufwärts, wobei man den Eintritt von knapp 30 Euro in Form von Getränkecoupons wieder zurückbekam. Da ich nicht so viel ausgeben wollte, versuchte ich einige meiner Coupons an der Bar wieder zu verkaufen, was sich anfangs als schwierig erwies, da die meisten Inder eben selbst mit Coupons oder, was noch häufiger der Fall war, gleich mit ihrer Platin-Kreditkarte bezahlten. Ein Heer an Personal kümmerte sich um die Gäste, was sich in einigen Beispielen als groteske Posse erwies. So gab es auf der Toilette eine Person, welche einem den Wasserhahn auf- und wieder abdrehte, eine Person, die einem daraufhin etwas zum Abtrocknen gab und eine Person die nach einem sofort wieder mit der Reinigung begann. Auch bei der Ankunft mit den Autos, welche obligatorisch beim Einfahren auf Sprengstoff untersucht wurden, gab es 4 Angestellte in entsprechender Aufmachung, welche den ankommenden Gästen die Autotüren öffneten. Im Klub selbst war alles klinisch rein, da sofort nachdem etwas auf den Boden fiel eine Person herbeigeieilt kam, um dies unverzüglich zu entfernen. Mit solchen Indern konnten wir uns finanziell in keinster Weise messen und es gab uns einen Hauch dessen wieder, was der durchschnittliche Inder denken mag, wenn er eben auf uns trifft, wenngleich es uns im Gegensatz zum Großteil der indischen Bevölkerung ja finanziell nicht schlecht geht.
Ein (zahlenmäßig) sicherlich einmaliger Besuch...
Ein (zahlenmäßig) sicherlich einmaliger Besuch...
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