Sonntag, 7. Dezember 2008

McDonald's in Indien

Wer das erste Mal in Indien auf einen McDonald trifft, wird erstmal überrascht sein. Keine Spur von BigMac, Hamburger oder Cheeseburger. Wer sich die Menükarte unten am Foto ansieht wird gleich feststellen, McDonalds in Indien ist mehr ein Ort für Vegetarier, als für Fleischfresser. Rindfleisch gibt es sowieso nicht, Schweinefleisch aber auch nicht. Hühnerfleisch und Fisch sind die einzigen Burger mit tierischem Inhalt. Was einem auch gleich auffällt, ist, dass es die Öfen und Grillstationen doppelt gibt, auf beiden Seiten jeweils eine, damit vegetarische Produkte von nicht-vegetarischen Produkten getrennt zubereitet werden können. Doch was ist der Hintergrund dieses radikalen Paradigmawechsels eines in weiten Teilen der Erde mit den gleichen Produkten agierenden Unternehmens?
Als McDonald den Einstieg in den indischen Markt vorbereitete, meinten viele, dass das bewährte Konzept im indischen Markt ein rasches Ende finden würde bzw. nicht funktionieren würde. McDonalds nahm diese Warnungen ernst und setzte auf empirische Daten. Hindus essen kein Rind, Moslems kein Schwein, Sikhs überhaupt kein Fleisch und so weiter. Um die Chancen der Akzeptanz zu steigern, entschloss sich McDonalds in diesen Gebieten komplett auf Rind und Schwein zu verzichten. Eine richtige Entscheidung wie sich herausstellte.
Ich als Vegetarier bin trotzdem kein Fan von McDonalds geworden, was bei dem Überangebot an vegetarischen Gerichten in Indien aber auch verständlich ist. Preislich gibt es übrigens auch noch einen Unterschied zu Europa. Ein Menü kostet in Indien weniger als 2 Euro und kein Bürger kostet mehr als 1 Euro.


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