Freitag, 28. November 2008

Fotos

Delhi
Amritsar
Mumbai, Goa, Kerala
Kolkata
Darjeeling
Varanasi, Lucknow
Agra

Agra

Eine meiner letzten Reisen in Indien führte mich zum bekanntesten Gebäude des Landes, dem Taj Mahal. Vier Autostunden von Delhi entfernt entschlossen wir uns einen 30 Stunden Trip zu absolvieren. Man muss dazu sagen, dass Städte wie Agra oder auch Varanasi sehr anstrengend sind, da man sich ständig der ganzen Verkäufer, Guides und sonstigen rätselhaften Personen erwehren muss. Sehr dominant und Druck ausübend wird an solchen Touristenorten versucht, möglichst viel Geld aus den Taschen der Besucher zu holen.
Das Taj Mahal selbst sieht übrigens aus wie von einem Künstler hingemalen. Surreal mit einem Hauch von Nebel (oder Smog) umhüllt.

Montag, 24. November 2008

Varanasi und Lucknow

Nach dem wunderschönen Darjeeling ging es also einen Tag später weiter ins spirituelle, alte, aber auch verdreckte, beengte Varanasi. Die älteste Stadt der Welt zeigte sich uns gleich von seiner hässlichen Seite. Überall Menschen, die versuchen mit Touristen Geld zu machen. Dabei wird mitunter auch Druck erzeugt, der eigene Spielraum eingeschränkt und die Nerven des Belagerten beansprucht. Wem kann man vertrauen, wem nicht, wird schon bei einfachen Fragen nach dem Weg zu einem Ratespiel. In den engen, verwinkelten Gassen der Altstadt an den Ghats begegnen einem neben Abfall, Scheisse und Undefinierbarem auch noch unzählige Kühe, eine Heerschar von teilweise agressiven Affen und herrenlose Hunde. Als ich einmal eine Kuh mit Blitz fotographierte wurde ich beinahe Opfer einer dieser Affenbanden, die sofort mit großer Geschwindigkeit von den Dächern wild fauchend und schreiend angeklettert kamen. Ein kleiner Spalt zwischen Kuh und Mauer ermöglichte mir sichtlich geschockt die Flucht.
Dass Varanasi auch beeindruckendes zu bieten hat, ist sicher nicht abzustreiten. Der Sonnenaufgang auf einem Boot an den Ghats des Ganges, die Verbrennungsbegräbnisse direkt am Wasser, die unglaubliche Verbautheit der alten Architektur und natürlich die engen Bazarmärkte lassen Varanasi zu einer einzigartigen Stadt in Indien werden.
Nichtsdestotrotz war ich bei der Weiterreise nach Lucknow froh, diesen Ort wieder verlassen zu können. Zu sehr beengten die engen Gassen und die vielen Menschen meine Gedanken und Ideen, ja man kann sagen sie schnürten sie im wahrsten Sinne des Wortes gänzlich ein.
Lucknow dagegen erwies sich als das genaue Gegenteil von Varanasi. Mit über 2 Mio Einwohnern doppelt so groß, erstreckt sich die Stadt über eine riesige Fläche hinweg. Unzählige Kolonialbauten und Ruinen erinnern hier an die britische Herrschaftszeit. Anstatt Begräbnissen finden hier unzählige riesige indische Hochzeitsfeiern statt. Relative Sauberkeit und moderne Einrichtungen ergeben ein durchaus positives Bild dieser von westlichen Touristen weitgehend unbeachteten Stadt. Der Nachteil dabei ist, dass man als aus dem Westen kommend ständig Zielobjekt von Fotoapparaten ist und andauernd angestarrt wird.
Somit war es dann doch ein recht anstrengender Trip, der mit einer 90-minütigen Verspätung des Zuges nach Delhi ein recht typisches Ende fand.

Donnerstag, 20. November 2008

Darjeeling

Wer kennt ihn nicht den weltberühmten Darjeeling Tee, von dem aber kaum einer etwas über den Herkunftsort weiß. Deshalb begaben wir uns vorige Woche zu dritt auf den Weg in den Nordosten Indiens, in etwa zwischen Nepal und Bangladesch. Kaputte Straßen und wenige Sicherheitsvorkehrungen an den Abhängen ließen uns die Fahrt mit dem Jeep in die Berge zu einem besonderen Erlebnis werden. Zudem war ich auch an diesem Tag wieder krank aufgewacht, eine unliebsame Überraschung. Den ersten Tag sollte ich dann auch im Bett verbringen. Mit dem zweiten Tag began aber eine der schönsten Reisen meines Indienaufenthaltes. Um 4 Uhr früh machten wir uns auf den Weg zum Tiger Hill, einem Aussichtsort, vom welchem man den Sonnenaufgang mit den dahinter liegenden Himalayabergen eindrucksvoll genießen konnte. Einzig die Kälte machte uns nach der gewohnten indischen Hitze ein wenig zu schaffen. Natürlich stand auch die Besichtigung einer Teeplantage auf dem Programm. Zu sehen wie Tee hergestellt wird und natürlich eine Verkostung waren interessante Momente, selbst wenn mir die 150Euro/Kilo Teesorte nicht am besten schmeckte.
Schon heute abend, nicht einmal 24 Stunden nach der Rückkehr aus Darjeeling, geht es weiter nach Varanasi, der ältesten Stadt der Welt und das spirituelle Zentrum Indiens.

Montag, 10. November 2008

Diskriminierung

Wird man sonst in Indien ob seiner Geldbörse als Europäer größtenteils bevorzugt behandelt, so offenbart sich hier am Campus ein verändertes Bild. Man geht in eine der Kantinen und bestellt sich Nudeln oder sonst etwas zum Essen. Zum Warten setzt man sich wo hin und plaudert mit Bekannten und Freunden. Plötzlich bemerkt man, dass indische Studenten, die nach einem gekommen sind, schon ihr essen haben. Man ist besorgt und geht nachfragen. "Two minutes" ist die Standardantwort! Überflüssig zu sagen, dass es damit dann nicht getan ist. Anderes Beispiel...man geht zur Kantine und wartet bis die Person vor einem fertig bestellt hat. Plötzlich kommt jedoch jemand und ruft ein paar Worte in Hindi in Richtung Bestellung und schon ist man hinter dieser Person gereiht. Drittes Beispiel...man steht an der Theke bei MC Donalds, nur noch eine Person vor einem, doch plötzlich stellt sich jemand direkt davor neben dem gerade Bestellenden hin und kommt ungeniert als nächstes an die Reihe.
Bei guter Laune lässt man es gut sein, doch bei schlechter... ;-)

Sonntag, 9. November 2008

Fotos!

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Delhi
Amritsar
Mumbai, Goa, Kerala
Kolkata

Im Spital in Indien

Wer in Indien bei einem derartigen Aufenthalt nicht zumindest einmal gesundheitliche Probleme bekommt, war wohl nicht in Indien. Und es kam wie es alle prophezeit hatten. Nach meiner Rückkehr aus Kolkata Samstag abend ging ich Sonntag Mittag noch in eine der Kantinen am Campus und bestellte zwei Cheese Omlettes und einen Tomaten-Käse Toast. Drei Stunden später startete mein Bauchweh. Abends dann kam stundenlang alles wieder heraus aus dem Körper, allerdings ausschließlich von oben. Nun gut, ansich nichts außergewöhnliches in Indien. Gleich am nächsten Tag begab ich mich deshalb zum Campusarzt und bekam ohne Untersuchung gleich mal Antibiotikum verschrieben. Doch anstatt zur Apotheke zu gehen, wollte ich noch eine zweite Meinung einholen und ging in ein nahe gelegenes privates Spital, dessen indischer Chef sein Medizinstudium in Wien absolviert hatte. Prompt wurde ich eingewiesen. Diagnose: leichte Hepatitis, Leberentzündung. Hinsichtlich der Ausstattung und des Services konnte sich das Spital durchaus mit einem österreichischen privaten Spital messen, doch ich wollte dennoch so schnell wie möglich wieder zurück auf den Campus. Drei Tage und etliche Infusionen später durfte ich das Spital dann auch wieder verlassen und muss nun noch einige Tage Tabletten für meine Leber nehmen. Sport und Alkohol sind damit vorerst tabu. Am Tag meiner Entlassung ging es abends allerdings gleich wieder zurück ins Spital, als ich einen französischen Freund mit wie sich herausstellte Dengue-Fieber zur Einweisung begleitete. Nach einigen Staphylokokken Fällen, wo auch Operationen notwendig wurden scheint in diesen Wochen somit "das volle Programm" auf uns Austauschstudenten niederzuprasseln. Auch wenn sich meine Laune dadurch keineswegs verschlechtert hat und ich hingegen "riesengroße Angst" vor der Abreise im Dezember habe, kann es bei uns hier hinsichtlich der Gesundheit nur besser werden.

Samstag, 8. November 2008

Kolkata

Die Prüfungswoche war recht gut überstanden gewesen, als es auch schon wieder auf eine Reise ging, diesmal in den Osten Indiens, nach Kolkata. Uns blieb hierbei genügend Zeit, um es ein wenig langsamer anzugehen und in Ruhe die Stadt kennen lernen zu können. Der erste Eindruck war gleich mal ein staubiger und die schier unendliche Anzahl an Menschen, die die Straßen säumten ließen anfangs nur wenig "romantische" Stimmung aufkommen. Dennoch war man beeindruckt. Eine Mischung aus kolonialer und indischer Städtebauweise prägte wie schon in Mumbai das Bild dieser Großstadt. Auch Mutter Theresa's Vermächtnis zu besuchen war ein Erlebnis, wenngleich die LIVE durchgeführten rituellen Schlachtungen und die versuchte Touristenabzocke im benachbarten Tempel uns das Essen im Magen umdrehte. Dieses war aber auch überaus gut, denn die überraschenderweise große Anzahl an guten Restaurants mit hervorragender bengalischer Küche lassen Kolkata kulinarisch zu einer der Top-Destinationen Indiens werden. Eine Nacht verbrachten wir ein paar Stunden entfernt von Kolkata in einem Tigerressort nahe der Grenze zu Bangladesh.
Erwähnenswert wäre dann auch noch die Heimreise, fahrplanmäßig 22 Stunden Zugfahrt im Liegewagen. Was sind dann auch schon in Relation die knapp 3 Stunden Verspätung des Zuges, die wir letztendlich hatten...